hamburg, lübeck, coventry

anfang dezember 2009, zweistädtereise mit programm, als erstes, hier wie real, der anlass:

fever ray live auf kampnagel. es bleibt bei aller (ungebrochener) liebe der eindruck, dass karin unsichtbar dreijer eine sehr spannende und zauberhaft inspirierte studio-musikerin ist. sie absolviert routiniert ihr programm, viel nebel und das gute dutzend flackernde stehlampen vermögen die unvermeidbare vergröberung ihrer songs im konzert und den verlust des bilderreichtums ihrer musikvideos nicht zu kompensieren. ihre vorgruppe, hildur guðnadóttir mit cello und federgeweih, macht neugierig. federgeweih? ja, bühne braucht ein bisschen extrovertiertheit. [ceven über das konzert]

das frühstückscafé in der glashüttenstraße kannte und liebte ich schon in seiner türkisgrünen phase vor knapp 20 jahren, ansonsten ist nicht nur die speisekarte, die als bestellformular dient, über die zeit (bis auf die preise natürlich) anscheinend nahezu unverändert geblieben.

ein spiegelkabinett auf dem dom. das bild ist cover-motiv von Unter uns Kollegen, einem musikstück von miriam siebenstädt und ceven knowles.

sie lagen wie selbstverständlich auf dem weg durch die stadt: die beiden zur zeit spannendsten orte hamburgs in der auseinandersetzung für eine grundsätzlich andere – soziale und gerechte – stadt. genauso lesenswert: das manifest Not In Our Name, Marke Hamburg!

hamburger kunsthalle, galerie der gegenwart: ungers²

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und drinnen pedro cabrita reis

u.a. mit dem kindergartengroßen antwerp chair (lisbon version)

und den studio windows #3

im nachhinein allesamt arbeiten, die mir anregungslos dekorativ blieben

in seiner eleganten abstraktion beinahe ausstellungsreif der hinweis am eingang der galerie zur frage des handgepäcks während der kunstvisitation:

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inschriften auf den tafeln zu einem denkmal zur NS-justiz von gloria friedmann auf dem hamburger justizforum:

1933 – auf der grauen Betonfläche mahnt eine kühle Zahl jene, die heute Recht sprechen:
Die deutsche Justiz war willfähriges Instrument der nationalsozialistischen Diktatur. Richter und Staatsanwälte vollstreckten vom Rassenwahn geprägte Gesetze gegen Juden Polen, Russen und andere Gruppen. Fast alle beschwiegen das Unrecht, Widerstand leisteten nur wenige.
Hamburg heute – hier leben die Menschen, die bei den umliegenden Gerichten Recht suchen. Davor Eisenstelen mit Pflanzen, einheimische und fremde, heilende und giftige, dornige und mimosenhafte. Sie stehen da für die Hamburger Bevölkerung. In ihrer Vielfalt haben alle Anspruch auf Pflege so wie die Menschen den Anspruch auf Gleichheit vor dem Recht. Hier + Jetzt: Ein Ort der Rechenschaft und ein Ort der Verantwortung für das Vielfältige, jeden Augenblick neue Geschehen.
Gloria Friedmann hat dieses Mahnmal im Auftrag der Justiz Hamburgs geschaffen. Oktober 1997
W
ir gedenken der Opfer, die von 1933 – 1945 durch Richter und Staatsanwälte der Hamburger Justiz entrechtet, mißachtet, gequält, ihrer Freiheit beraubt und zu Tode gebracht worden sind. Ihr Leiden ist unsere Mahnung.

(quelle: wikipedia)

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die 1942 nach luftangriff und brand herabgestürzten und seitdem dort auf dem boden des südturms liegen gebliebenen glocken in der lübecker marienkirche bilden eines der (laut-) stärksten kriegsdenkmale, das ich kenne:

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